23/04/2026 0 Kommentare
Nachlese – Karwoche und Ostern
Nachlese – Karwoche und Ostern
# Berichte St. Canisius

Nachlese – Karwoche und Ostern
Die Predigt der Osternacht in St. Canisius 2026 können Sie hier ansehen
Mit dem Palmsonntag begann die Karwoche auch in St. Canisius. P. Leblang leitete sie mit der Vorabendmesse ein. Die erste Messe am Sonntag war der Familiengottesdienst, in dem klar die Freude bei Jesu Einzug in Jerusalem dominierte. Die Kinder riefen auf das Kommando „Eins, zwei drei…“ laut Hosianna! Manche Kinder hatten geschmückte Palmzweige dabei. Für alle anderen gab es reichlich Akazienzweige, denn die klassischen Buchsbaumbüschel waren in diesem Jahr offenbar rar. Der Zünsler hat nicht nur an unserer Buchsbaumhecke ganze Arbeit geleitet, sondern auch anderswo. Die Blumenfeen hatten es auch in diesem Jahr unternommen reichlich „Palmzweige“ zu besorgen, die allen Gottesdienstbesuchern – inklusive unserer syrisch-katholischen Partnergemeinde – zur Verfügung standen.
Um 11:00 Uhr startete der Hauptgottesdienst mit der Segnung der zweige und dem Evangelium vom Einzug Jesu in Jerusalem. In einer kruzen Predigt erzählte P. Hösl von einer Begebenheit anlässlich des 350. Bestehens der Oberammergauer Passionsspiele. Dort wurde ein freilich falscher „Jesus“ zunächst gehypt wie der echte, dann aber schnell fallen gelassen und als Betrüger geschmäht, ähnlich wie der wirkliche Jesus damals von der wankelmütigen Menge schnell wieder fallen gelassen wurde. „Kreuzige ihn!“ und „Hosianna!“ lagen und liegen oft nahe beieinander!
Dann begann die Prozession. Leider fiel der Lautsprecher im offenen Raum aus, so dass bei der Prozession Gerda Ludwigs Stimme, die den Rosenkranz vorbetete, nur an wenigen Stellen zu hören war. Das tat dem Ganzen aber nur wenig Abbruch.
Zurück in der Kirche kippte dann die Stimmung durch die Verlesung der Leidensgeschichte nach Matthäus. Die Brüchigkeit dieses Sonntags wurde dadurch umso deutlicher.
Am Abend sang im letzten Palmsonntagsgottesdienst die Ökumenische Kantorei, die neben den Mitsängerinnen und -sängern aus Epiphanien und Canisius noch durch Chormitglieder aus Trinitatis verstärkt wurden.
Nach dem Gottesdienst übernahm die Taizégruppe das Ruder. Sie bot während der ganzen Karwoche ab 20:00 Uhr Gebet an. Sie hatten mit einem Lichtermeer von Kerzen und den typischen Gesängen für die bekannte Atmosphäre gesorgt.
Am Gründonnerstag feierte die Gemeinde die Einsetzung des Abendmahls. Mit dabei waren auch einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer des diesjährigen Glaubenskurses von P. Leblang, die dieser zu Beginn der Messe kurz vorstellte. Ab dem Gloria verstummte wie immer die Orgel und die Schellen der Ministranten wurden durch die Holzklapperer ersetzt. Nach dem Evangelium von der Fußwaschung und der Predigt, in der P. Hösl über die möglichen Gefühle Jesu und der Apostel nachdachte, nahmen die sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den aufgestellten Stühlen vor dem Altar Platz, um sich die Füße waschen zu lassen. Die Gemeinde sang dabei das klassische „Ubi Caritas“ – Wo die Liebe ist, da ist Gott.
Die Kommunion wurde an diesem Abend wieder unter beiderlei Gestalten gespendet, was für eine besonders andächtige Atmosphäre sorgte. Unter den Klängen des „Gottheit tief verborgen“ von Thomas von Aquin wurde am Schluss der Messe das Allerheiligste in einen dort errichteten Ersatztabernakel ausgelagert, so dass der Tabernakel bis zur Osternacht offenstand und leer war.
Wie jeden Abend begann gleich nach der Messe mit der Gebetswache in Erinnerung an Jesu Gebet im Garten Getsemani: „Bleibet hier und wachet mit mir.“
Am Karfreitag gab es drei Gottesdienste, wenn man die Karfreitagsliturgie der Syrisch-Katholischen Gemeinde dazurechnet. Den Anfang machten freilich die Kinder mit einer entsprechen gestalteten Andacht. Statt blutiger Bilder gab es Symbole, die Jesu Leiden veranschaulichten, etwa ein Schwert mit dem Petrus Jesu Festnahme verhindern wollte oder ein Becher mit Würfeln, mit dem man bekanntlich Jesu Kleider verloste. Vielen Dank dem Erstkommunionteam, das diese gefühlvolle Andacht leitete, die große und kleine Kinder ansprach.
Die große Karfreitagsliturgie fand wieder zur Todesstunde am Nachmittag um 15:00 Uhr statt. Sie bestand aus einem Wortgottesdienst mit den klassischen Lesungen aus Jesaja 53 und dem Hebräerbrief, sowie der Johannespassion, die diesmal Gerda Ludwigs, Klaus-Peter Heyduck und Kathryn Kortmann vortrugen. P. Hösl sprach das Bedürfnis damals und heute an, bei Unglücken instinktiv nach einem Schuldigen zu suchen, den irgendjemand muss ja „schuld“ sein und „die Konsequenzen ziehen“. Jesus freilich, obwohl unschuldig, schiebt die Schuld nicht weg, sondern nimmt sie als das Lamm Gottes auf sich, wie es der sagehafte Text von Jesaja lange vor Jesu Geburt schon ankündigte.
Wieder sehr beeindruckend war die Feier der Kreuzverehrung, während der man die klassischen Passionslieder sang. Ein schlichtes Gebet schloss diesen hochliturgischen Gottesdienst ab und leitete den stillen Auszug des liturgischen Personals um P. Leblang, Kantor Jobbs, den zahlreichen Minis und P. Hösl ein.
Am Karsamstag gab es wieder umfangreiche Vorbereitungen rund um die Osternacht. Die verhüllenden Tücher kamen wieder runter und die sechs Wochen lang verborgenen Bilder strahlten neu. Für die Osternacht musste vieles vorbereitet werden: Liedblatt, Osterfeuer, Taufwasser, Chrisamöl, usw. Gegen 17:00 Uhr begann dann unsere syrische Partnergemeinde ihre Osternachtsfeier. Am Schluss gab es Geschenke für die Kinder und es breitete sich eine fröhliche Heiterkeit in der Kirche aus. Während die Syrer noch ausgiebig in der Kirche feierten, liefen in der Sakristei schon die Vorbereitungen für die deutsche Osternachtsfeier, die dann um 21:00 Uhr begannen.
In die dunkle Kirche zogen die Messdiener mit P. Leblang und P. Hösl ein. Sie nahmen die neue Osterkerze sowie die 7 Taufbewerber mit nach draußen, wo Thomas Schubert schon das Osterfeuer angezündet hat. Die Lichtfeier draußen konnte durch die Glaswand und das Mikro auch von innen mitverfolgt werden. Jetzt setzte sich der Prozessionszug durch die Engelwand Richtung Kircheneingang fort. Dort sang P. Leblang das erste Lumen Christi – nur die Osterkerze spendete Licht! Dann wurden an ihr die Lichter der Ministranten angezündet, die schließlich beim dritten Lumen Christi das Licht an die Kirchenbesucher weitergaben. Ein Kerzenmeer hatte jetzt die Kirche ausgeleuchtet. P. Leblang sang das „Exultet“, das uralte Loblied der Kirche über die Osterkerze.
Jetzt folgte der Wortgottesdienst mit den biblischen Lesungen: Die Erschaffung der Welt, der Durchzug durch das Rote Meer und Jesaja 55. Das intonierte Gloria brachte die endgültige Wende zum Licht: Die Lampen gingen an, die Messdiener zündeten alle Kerzen an, die Schellen läuteten wieder und die Orgel brauste wie eh und je!
Die Epistel und das Evangelium von der Auferstehung folgten. In seiner Predigt fragte P. Hösl, ob es wohl ein Leben nach dem Tod geben könnte. Er verglich diese Frage mit der Frage zweier Kinder im Mutterleib und deren Spekulation, ob es wohl ein Leben nach der Geburt geben wird? Die Zwillingen Selma und Luci lieferten sich gleichsam ein Streitgespräch im Mutterleib während ihres vorgeburtlichen Daseins. Eine tolle Perfomance der beiden Mädchen!
Jetzt kam der große Part von P. Leblang und seinen diesjährigen Taufbewerbern, sieben an der Zahl und beginnend mit der klassischen Allerheiligenlitanei. Die Sieben erklärten zunächst ihre Bereitschaft, bekannten ihren Glauben und wurden dann mit frisch gesegnetem Taufwasser getauft. Nach der Tauferneuerung der Gemeinde wurden sie dann auch noch gefirmt.
Jetzt erreichte der Gottesdienst wieder normales Fahrwasser. Es wurde viel gesungen und die Spannung und Dramatik dieses großen Gottesdienstes verwandelte sich zunehmend in Osterfreude.
Am Ende wurden die vor dem Altar abgelegten Speisen gesegnet, auch das für die Agapefeier vorbereitete Fladenbrot. P. Leblang segnete die Festgemeinde und nach zweieinhalb Stunden war es geschafft. Nils Weissenburger hatte die großen Tore geöffnete und man stieß bei einem Glas Wein oder Wasser auf das Wohl der Neugetauften an! Bis halb zwei nachts wurde noch gefeiert!
Der Ostersonntag startete mit der 11:00 Uhr Festmesse. Wieder war die Kirche prall gefüllt. Neben Cherim Adelhöfer spielte Tanaka Saschia Trompete. Die beiden brachten so österlichen Sound unter die Leute. Es wurde ein fröhlicher Gottesdienst für Jung und Alt, in der P. Hösl die Bedeutung der Auferstehung Jesu für unser Leben hier und jetzt versuchte deutlich zu machen. Die Messe am Abend feierte dann P. Leblang.
Last but not least: Der Ostermontag! Die Messe um 11:00 Uhr mit dem wunderbaren Emmaus-Evangelium war voll mit Osterliedern. Zudem sang Anna Sommerfeld von der Ökumenischen Kantorei mit ihrer wunderbaren Stimme zwei Lieder: Ein klassisch englisch-amerikanisches Osterlied sowie „I know that my Redeemer lives“: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt!“ Wonderful! Die Musikalische Vesper am Montagabend beendete dann den Gottesdienstreigen der Kar- und Ostertage. Adrian Baguena begleitete neben den Gemeindeliedern Katerina Crichton am Cello. Sie spielte „Ombra mai fu“ aus Händels „Xerxes“, Bachs „Arioso“ und sein „Ave Maria“. In der Ansprache verglich P. Hösl die Auferstehung Jesu mit einem hellen Blitz, der eine unbekannte Landschaft hell erleuchtet und einem fremden Wanderer Orientierung auf seinem Weg gibt.
Am Ende gilt es allen zu danken, die diese Kar- und Ostertage möglich gemacht haben: den Küstern und Ministranten, den Lektoren und Zelebranten, dem Glaubenskurs um p. Leblang, den Blumenfrauen, den Musikern um unsere Cherim Adelhöfer, Sebastian Jobs als Kantor, den Heinzelmännern und -frauen im Gemeindebüro um Michael Kozkloski und Berenike Kampmann, Jasper Kortmann für die vielen tollen Fotos, dem Gemeinderat und CanisiusPlus sowie Selma und Luci für die tolle Osternachtspredigt! Ihnen und Euch allen eine gesegnete Osterzeit, Ihr und Euer
Manfred Hösl SJ
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