24/04/2026 0 Kommentare
„Glauben heißt, die Unbegreiflichkeit Gottes ein Leben lang aushalten.“Von Pater Tanye.
„Glauben heißt, die Unbegreiflichkeit Gottes ein Leben lang aushalten.“Von Pater Tanye.
# Berichte - Heilig Geist

„Glauben heißt, die Unbegreiflichkeit Gottes ein Leben lang aushalten.“Von Pater Tanye.
Dieses Wort von Karl Rahner fordert regelrecht heraus. Es widerspricht der Sehnsucht nach einfachen Antworten und schnellen Sicherheiten. Stattdessen lädt es ein, den Glauben als einen Weg zu verstehen, einen Weg, der nicht alle Fragen klärt, sondern uns lehrt, mit ihnen zu leben. Denn wir Menschen suchen nach Klarheit, nach Erklärungen, nach einem festen Boden unter den Füßen. Doch Gott entzieht sich unserem vollständigen Begreifen. Er ist größer als unsere Vorstellungen, weiter als unsere Gedanken, tiefer als unsere Worte reichen. Genau darin liegt keine Schwäche des Glaubens, sondern seine besondere Tiefe.
Glauben bedeutet dann nicht, alles zu wissen oder alles erklären zu können. Es bedeutet, sich immer wieder neu auf Gott einzulassen, auch dort, wo wir ihn nicht verstehen. Es heißt, Vertrauen zu wagen, selbst im Ungewissen. Vielleicht gerade dort wächst ein reifer Glaube: nicht in der Gewissheit, alles im Griff zu haben, sondern im Mut, sich von Gott tragen zu lassen.
Karl Rahner erinnert uns daran, dass Zweifel, Fragen und auch das Nicht-Verstehen ihren Platz im Glauben haben dürfen. Sie sind keine Störung, sondern oft ein Teil des Weges. Wer glaubt, hält die Spannung aus zwischen Nähe und Geheimnis, zwischen Erfahrung und Verborgenheit Gottes.
So kann dieses Wort zu einer Einladung werden den eigenen Glauben nicht an Perfektion zu messen, sondern an der Bereitschaft, sich auf das Geheimnis Gottes einzulassen – geduldig, suchend und hoffend. Möge uns dieser Gedanke im Alltag begleiten und stärken in dieser Osterzeit, damit wir trotz aller Fragen befreit unseren Glauben leben.
Ihr P. Tanye
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